UFI-Barometer: Wachstum bleibt, Optimismus nimmt ab

Die globale Messewirtschaft bleibt auf Wachstumskurs, aber gesamtwirtschaftliche Entwicklungen und Geopolitik dämpfen die Wachstumsprognose, geht aus dem jüngsten UFI-Barometer hervor. Gleichzeitig entwickelt sich KI-Integration zum festen Bestandteil des Geschäfts und Deutschland gehört dabei zu den absoluten Vorreitern.

Globale Erwartungen verhaltener

Die internationale Messewirtschaft blickt verhaltener auf das Jahr 2026 als noch vor einem halben Jahr. Zwar erwartet weltweit weiterhin eine Mehrheit der Unternehmen stabile oder steigende Geschäfte, doch haben sich die Wachstumserwartungen abgeschwächt: Global rechnen nur noch 26 Prozent der Befragten mit einem Wachstum der vermieteten Flächen von mehr als fünf Prozent, während 38 Prozent von einer stabilen Entwicklung ausgehen. Auch bei Gewinn und Umsatz überwiegen inzwischen vorsichtige Erwartungen. Größere Wachstumserwartungen gibt es gerade für Veranstalten mit eigenem Gelände beim Thema Services, hier gehen 39 Prozent von einem Wachstum von mehr als 5 Prozent aus.

Die größten globalen Herausforderungen sind laut Branche derzeit die wirtschaftliche Lage im Heimatmarkt (19 Prozent), zunehmende geopolitische Spannungen (18 Prozent) sowie die allgemeine Weltwirtschaftslage (16 Prozent).

Europa und Deutschland

In Europa zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Branche bleibt grundsätzlich robust, zeigt aber stärker Stabilität als dynamisches Wachstum. Besonders auffällig: Geopolitische Herausforderungen werden von europäischen Unternehmen mit 22 Prozent inzwischen als wichtigstes kurzfristiges Thema genannt, knapp vor der wirtschaftlichen Entwicklung im eigenen Markt.

Deutschland bewegt sich insgesamt im europäischen Trend, blickt aber noch etwas zurückhaltender auf die wirtschaftliche Entwicklung im Inland. Die deutschen Antworten sind mittlerweile geprägt von Stabilität: Meldeten für 2025 noch 47 Prozent der deutschen Unternehmen ein Gewinnwachstum von über 10 Prozent, erwarten für das kommende Jahr nun 61 Prozent stabile Ergebnisse. Als Gründe für die zurückhaltende Prognose werden im Bericht vor allem der Zustand der heimischen Wirtschaft (29 Prozent) und globale Konflikte (22 Prozent) benannt.

Deutschland bei KI vorne

Eine positive Entwicklung zeigt sich vor allem beim Thema Künstliche Intelligenz. Weltweit nutzen inzwischen 91 Prozent der befragten Unternehmen KI-Anwendungen in unterschiedlicher Form. Deutschland zählt dabei zu den absoluten Vorreitern: 39 Prozent der deutschen Unternehmen setzen bereits integrierte KI-Lösungen oder eigene Algorithmen ein, mehr als doppelt so viele wie im europäischen Durchschnitt (15 Prozent). Zudem gehört Deutschland zu den Ländern mit der höchsten KI-Reife: 84 Prozent der deutschen Messeunternehmen testen oder nutzen KI bereits aktiv zur Verbesserung von Prozessen und Effizienz. Das UFI-Barometer bestätigt damit, dass die deutsche Messewirtschaft bei der praktischen Nutzung von KI international eine führende Rolle einnimmt.

Fazit: 2026

Die internationale Messewirtschaft wächst weiter, wird aber in Anbetracht geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten vorsichtiger. Deutschland punktet in dieser Phase vor allem mit hoher technologischer Innovationskraft und gehört bei der operativen Einführung von KI zu den führenden Messemärkten weltweit.

Zur Methodik des UFI-Barometers

Die Erkenntnisse basieren auf der 37. Ausgabe des UFI Global Exhibition Barometer, einer Branchenstudie, die im Juni 2026 abgeschlossen wurde. An der Umfrage beteiligten sich weltweit insgesamt 466 Messeunternehmen, darunter Veranstalter, Geländebetreiber und Dienstleister aus 59 Ländern und Regionen. Der deutsche Messemarkt ist in dieser globalen Auswertung mit Antworten von 20 teilnehmenden Unternehmen vertreten.

 

Zurück zum Newsletter

Quelle: AUMA News

Weiterlesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu.