Berlin, 16. September 2026 // Mehr als die Hälfte der Messegesellschaften in Deutschland erwartet, dass sich deutsche Messen im internationalen Wettbewerb mindestens ebenso gut entwickeln wie ihre Wettbewerber. Die Veranstalter vertrauen dabei vor allem auf ihre hohe Wandlungsfähigkeit, ihre wachsende technologische Kompetenz und die zentrale Bedeutung von Messen für Wirtschaft und Innovation. Und dennoch kühlt sich die Zukunftserwartung verglichen mit den Vorjahren ab. Dies geht aus der soeben veröffentlichten Studie „AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027“ hervor, die der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA jährlich erhebt.
Besonders deutlich zeigt sich die Innovationskraft der Messebranche beim Einsatz von künstlicher Intelligenz: 87 Prozent der Messeveranstalter nutzen bereits KI-Anwendungen in ihrem Arbeitsalltag. Fast drei Viertel bewerten die Technologie überwiegend als Chance. Gleichzeitig gewinnen digitale Services, Datenanalyse und Automatisierung weiter an Bedeutung.
Vertrauen in den Messeplatz Deutschland bleibt hoch
Insgesamt hat sich die Stimmung in der deutschen Messewirtschaft gegenüber der Vorjahresbefragung deutlich eingetrübt. Nur 20,5 Prozent der befragten Messeveranstalter bewerten die Geschäftsentwicklung ihres Unternehmens optimistisch. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 50 Prozent. Auch die Einschätzung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit fällt vorsichtiger aus: Erwarteten 2025 noch 66 Prozent, dass sich deutsche Messen mindestens ebenso gut entwickeln wie internationale Wettbewerber, sind es aktuell 52,7 Prozent.
Als größte Herausforderungen nennen die Veranstalter steigende Kosten (95 Prozent), die wirtschaftliche Situation ausstellender Unternehmen (93 Prozent) sowie geopolitische Unsicherheiten (85 Prozent). Auch die Integration von künstlicher Intelligenz gewinnt stark an Bedeutung: 87 Prozent sehen darin eine zentrale Herausforderung für die kommenden Jahre.
Nachhaltigkeit und neue Formate schaffen Mehrwert
Der AUMA-Veranstalter-Ausblick zeigt, dass Nachhaltigkeit in der Branche fest verankert ist: Bei rund zwei Dritteln der Veranstalter gehört sie bereits zur Unternehmensstrategie, bei 11,8 Prozent ist sie Teil der Strategie-Entwicklung. Vor allem die ökologische Nachhaltigkeit gewinnt weiter an Bedeutung und prägt die Weiterentwicklung von Messekonzepten und Veranstaltungsangeboten.
Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Messeveranstalter auf veränderte Erwartungen ihrer Kunden reagieren. Neue Formate, zusätzliche digitale Services, Community-Angebote sowie stärker erlebnisorientierte Veranstaltungen sollen den Mehrwert von Messen weiter erhöhen und ihre Rolle als Plattformen für Geschäftsanbahnung, Innovation und persönliche Begegnung stärken.
Fazit
Der AUMA-Veranstalter-Ausblick macht deutlich: Die Rahmenbedingungen für Messen werden anspruchsvoller. Gleichzeitig investiert die Branche konsequent in Zukunftsthemen. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und neue Veranstaltungsformate stärken die Wettbewerbsfähigkeit des Messeplatzes Deutschland und sollen dazu beitragen, seine internationale Spitzenposition zu sichern.
Der AUMA-Veranstalter-Ausblick 2026/2027 ist die einzige Befragung, die die Stimmung der gesamten veranstaltenden deutschen Messewirtschaft abbildet. Die vorliegenden Ergebnisse beruhen auf 93 Antworten von (leitenden) Mitarbeitenden von 24 deutschen Messeveranstaltern im Mai und Juni 2026. Die Stichprobe deckt ein breites Spektrum ab: Die Teilnehmenden kommen aus den Abteilungen Messe-Projektleitung (35 Prozent), Unternehmensstrategie (17 Prozent) sowie Geschäftsführung (14 Prozent).
Quelle: AUMA News

