25. August 2026 // Unternehmen der Messe- und Veranstaltungswirtschaft erhalten mit dem „Reporting-Kompass“ eine praxisnahe Orientierung für die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die neue Publikation überträgt den von der Europäischen Kommission im Juli 2026 verabschiedeten Standard zur freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung, den Voluntary Standard (VS), auf die Besonderheiten der Branche und unterstützt Unternehmen dabei, Nachhaltigkeitsleistungen strukturiert, nachvollziehbar und vergleichbar darzustellen.
Herausgegeben wird das Orientierungspapier vom Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA und der Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft fwd:. Es richtet sich insbesondere an Verantwortliche aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement, Controlling und Compliance.
Transparenz wird auch ohne Berichtspflicht wichtiger
Die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung ist vor allem für Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitenden vorgesehen. Viele Betriebe der Messe- und Veranstaltungswirtschaft werden daher voraussichtlich nicht unter die gesetzliche Berichtspflicht fallen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an verlässlichen Nachhaltigkeitsinformationen. Kunden, Auftraggeber, Geschäftspartner, Banken und weitere Anspruchsgruppen erwarten zunehmend transparente Angaben zu Umwelt- und Sozialleistungen.
Der Reporting-Kompass soll Unternehmen dabei unterstützen, passende Strukturen aufzubauen, relevante Daten systematisch zu erfassen und ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten nachvollziehbar zu dokumentieren.
Praxisnahe Hilfe für den Einstieg
„Mit dem Reporting-Kompass geben wir Unternehmen der Veranstaltungsbranche eine praxisnahe Orientierung für den Einstieg in die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung. Gerade viele kleine und mittlere Unternehmen brauchen verständliche Hilfestellung, um relevante Themen zu erkennen, Daten schrittweise aufzubauen und Nachhaltigkeitsleistungen glaubwürdig sichtbar zu machen“, sagt Marko Roscher, Referent Nachhaltigkeit bei fwd:.
Die Publikation erläutert die Systematik des Voluntary Standard und ordnet zentrale Berichtsthemen den Besonderheiten der Messe- und Veranstaltungswirtschaft zu. Orientierungshilfen, gewerkspezifische Hinweise und weiterführende Verweise helfen Unternehmen dabei, wesentliche Themen zu priorisieren, Datenanforderungen besser zu verstehen und bestehende Maßnahmen strukturiert darzustellen. Im Mittelpunkt stehen Offenlegungspunkte mit besonderer Relevanz für die Branche. Sie umfassen die Bereiche Unternehmensstrategie, Umwelt und Soziales.
Schritt zu mehr Standardisierung und Vergleichbarkeit
„Das Orientierungspapier ist im engen Dialog mit den Mitgliedern beider Verbände entstanden. Sei es Kreislaufwirtschaft oder Treibhausgasbilanzierung: Viele komplexe Themen erfordern den Blick über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinaus sowie ein einheitliches und konsistentes Vorgehen. Der Reporting-Kompass ist ein wichtiger Schritt zu mehr Standardisierung und Vergleichbarkeit“, sagt Nikolai Mizin, der das Projekt beim AUMA als Manager Nachhaltigkeit betreut.
Die Messe- und Veranstaltungswirtschaft ist durch eine vielfältige und zugleich eng vernetzte Wertschöpfungskette geprägt. Der Reporting-Kompass berücksichtigt deshalb die Perspektiven von Messegesellschaften, Messebauunternehmen, Dienstleistern, Agenturen, Logistikunternehmen und Cateringbetrieben. Die branchenspezifische Einordnung unterstützt Unternehmen dabei, Anforderungen realistisch zu bewerten und auf die eigene Praxis zu übertragen.
Der Reporting-Kompass steht auf auma.de und forward.live zum Download zur Verfügung.
Quelle: AUMA News

